ausruf
Irgendwann vor ein paar Monaten poppte mir die Idee in den Kopf wie lustig es doch wäre, wenn ich ein paar kleine, ganz kurze Trickfilmchen für meine Zwergencomicserie erstellen würde.
„Psssst! Mario! Mach doch mal einen Trickfilm!“ flüstert also diese lästige Stimme, die ich oft höre und die mir immer ausschließlich komplett bescheuerte Ideen aufdrängt *).
Meist gebe ich ihr ja nach. Aber schließlich ist da auch schon das eine oder andere Gute bei heraus gekommen.
Also versuchte ich in den folgenden Wochen mal rauszufinden, wie das anzustellen ist.

Die Vorarbeiten:
Vor ein paar Jahren habe ich mal mit Flash versucht kleine Filme zu machen. Allerdings waren es eher gezeichnete Standbilder, die mit ein paar Überblendungen und schwebenden Texten in einander kopiert waren. Ein unglaubliches Beispiel für diese Methode war die damals im Internet laufende Serie „Broken Saints„.

Aber das Ganze ist definitiv nicht das, was ich mir aktuell unter einem Trickfilm vorstelle.
Also musste ich erstmal herausfinden, wie heutzutage Trickfilme gemacht werden. Und welche Möglichkeiten es für mich gibt,  einen zu erstellen. Hier meine (amateurhaften) Erkenntnisse:

Klassische Trickfilme wurden früher Bild für Bild animiert. Im Grunde wie Daumenkinos. In großen Studios wurden die so genannten Schlüsselbilder (quasi die Essenz einer Bewegung) von Schlüsselbildzeichnern erledigt und die Bilder für die Zwischenschritte nachträglich am Lichttisch dazwischen gezeichnet. Bild für Bild auf einen Film belichtet – und fertig.

Heutzutage  läuft es in den Studios ähnlich, aber natürlich kann eine ganze Menge Arbeit (und eine ganze Menge Personal) dank der Computertechnik eingespart werden. Zum Beispiel können die Bilder zwischen den Schlüsselbildern oft vom Computer berechnet werden usw.
Es gibt noch eine zweite Technik die zur Anwendung kommt. Eine Art Skelettanimation,  in der die einzelnen Bestandteile (z.B. Körperteile) gezeichnet und dann durch Verschiebung der einzelnen Teile animiert werden.

Im Internet gibt’s eine Hand voll guter, allerdings ziemlich teurer Programme, um Trickfilme zu erstellen. Das wohl bekannteste (wenn auch eigentlich nicht dafür entwickelte) ist Flash von Adobe. Es ermöglicht einem die relativ unkomplizierte Einbindung von Sounds und unterstützt recht gut die Schlüsselbildtechnik. Man kann sich eine Funktion „zuschalten“,  die wie ein Lichttisch funktioniert und relativ gut darin zeichnen.

Wenn es um kostenpflichtige Programme in dem Bereich geht, stößt man auch recht schnell auf: Toonboom. Ein professionelles, speziell auf das Erstellen von Trickfilmen zugeschnittenes Software-Mutterschiff. Ein tolles Ding, so weit ich das sehen kann. (Sollte irgendwer Geld scheißen können, würde ich mich bereit erklären mir eine entsprechende Vollversion schenken zu lassen ;-))

Ein paar kostenlose Programme gibt es im Internet natürlich auch. Zum Beispiel Pencil (Bild für Bild – Animation), oder Creatoon (das Marionettenprinzip).

Da ich ja einerseits glücklicher Besitzer einer (ja, legalen(!), wenn auch etwas älteren) Vollversion von Flash bin und ich versuchen wollte beide Animationsmethoden zu kombinieren (auf eine Weise über die ich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz klar war) war das Programm von Adobe also mein Tool der Wahl. 😉

Sound stellte (und stellt aktuell immer noch) aus zweierlei Gründen eine weitere Herausforderung dar. Ich bin was Soundsoftware angeht ein totaler Noob. Und ich wollte die eingesprochenen Stimmen ja auch angemessen comichaft verzerren und bearbeiten. Kompliziert, kompliziert… Ich hab aber glücklicherweise eine Software von Nero gefunden, die zumindest meinen noch minimalistischen Anforderungen an entsprechende Modulationen gerecht wird.

Die zweite Schwierigkeit waren entsprechende Leute, die ihre Stimmen zur Verfügung stellen, aber auch das ist inzwischen gelöst. 😉

Mehr über Telefonkonferenzen, Brainstorming-Sitzungen, Storyboards und erste Gehversuche mit Flash gibt’s im 2. Teil…

*)Nein, ich höre nicht wirklich fremde Stimmen im meinem Kopf. 😉