Ein Spiel für 2 – 4 Personen
Spieldauer ca. 60 – 90 Minuten
Ab 10 Jahren

Bei den Legenden von Andor handelt es sich um ein kooperatives Spiel, das jedem Rollen- und/oder Brettspieler das Herz höher schlagen lässt. Ein Spiel für 2 – 4 Personen, aber zu viert ist das Fantasy-Abenteuer auf jeden Fall am besten.

Erst einmal muss ich die wahnsinnige Ausstattung loben. Jede Menge schön gestaltete Figuren, Karten, Würfel und ein richtig schönes Spielbrett, sogar beidseitig bedruckt, also ein großer Tisch ist schon ein Muss.

Das Besondere an dem Spiel ist die „Losspielanleitung“. Diese ist nur vier Seiten lang und erklärt die wichtigsten Abläufe sowie den Grund-Spielaufbau. Danach startet man direkt mit der ersten Legende, quasi eine Art Tutorial. Die einzelnen Schritte sind auf Karten beschrieben, so dass man auch nicht einfach spicken kann, was wohl als nächstes passiert. Neue Karten werden meist abhängig von der Zahl der getöteten Monster aufgedeckt. Daher bleibt das Spiel auch sehr dynamisch. Sind alle Karten aufgedeckt und vorgelesen, hat die Gruppe das Spiel verloren.

Ein Blick in die gut gefüllte Packung

Jede Legende erzählt eine weiterführende Geschichte, in der die unterschiedlichsten Abenteuer passieren. Als Charaktere stehen Krieger, Zauberer, Bogenschütze und Zwerg zur Auswahl. Warum hier Klassen und Rassen gemischt werden, erschließt sich mir allerdings nicht. Im Laufe des Spiels kommen dann z.B. Hexen, Prinzen oder Bauern hinzu, die den Spielern helfen. Als Kampfstärke dienen den Charakteren Stärke und Willenskraft, die Monster kämpfen mit Würfeln.

Toll gemacht ist die Idee des Tages, die hier integriert wurde. Eine Spielrunde dauert einen Tag = 7 Stunden (ein Schritt = eine Stunde), man kann aber auch Überstunden machen, um Aufträge fertig zu bekommen, erhält dafür aber einen Malus.

Das aufgebaute Spielbrett

Schade finde ich, dass man eigentlich jede Legende nur einmal spielen kann. Ist man einmal auf die Lösung gekommen, wie die Monster der Legende zu besiegen sind, lohnt sich dieselbe Legende eigentlich nur mit komplett anderen Spielern (und man hält den Mund) oder nach einem großen Zeitabstand, um die Lösung vergessen zu haben. Es gibt insgesamt 5 Legenden und ein Set, um selbst kreativ zu werden. Auf der Homepage des Spiels gibt es aber schon eine zusätzliche Legende zum Download und auch eine Solospielanleitung,

Mir ist bisher kein Spiel untergekommen, das vom Spielablauf vergleichbar wäre. Und dabei meine ich nicht den kooperativen Aspekt, das wird ja immer beliebter sondern die Art, die Legenden vorzulesen, dadurch neue oder stärkere Monster erscheinen zu lassen und sich durch das Abenteuer zu kämpfen. Da hat sich der Autor mal was wirklich innovatives einfallen lassen. Für mich definitiv ein Doppeldaumen hoch – direkt ab zu Amazon.

Vielen Dank an Kosmos für das Rezensionsexemplar.