Keine Ahnung ob ihr noch überlegen müsst, aber ICH hab jetzt schon mein Spiel das Jahres gefunden! Ja, jetzt schon. Mitte November! Und es ist NICHT Firefly the Boardgame. (Auch wenn das ein echt solides Spiel ist und mein Fanherz immer noch wild bumpert vor Begeisterung, wenn ich an der Schachtel im Schrank vorbei gehe.)

Nein, statt dessen ist es das Pathfinder Adventure Card Game von Paizo. Ich hatte ein interessiertes Auge auf das Spiel seit ich vor ca. einem Jahr zum ersten Mal davon gehört habe. PFACG (so kürz ich das jetzt einfach mal ab) ist ein kooperatives Kartenspiel für 1 – 4 (mit der ersten Ergänzung sogar 1-6) Spieler.
Ja, so viel muss man vorwegschicken, PFACG wird mit so genannten Adventure Decks um entsprechende Karten erweitert und in der Kiste für das Basis-Set ist noch REICHLICH Platz für weitere Decks!

Aber gut, worum geht’s bei dem Spiel? Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines klassischen Fantasy-RPG Helden. Fighter, Cleric, Thief, Wizard,… Insgesamt gibt es 11 verschiedene davon. Jeder Held kommt mit einer Karte, die im wesentlichen wie ein Charakter-Sheet funktoniert und alle wesentlichen Grundeigenschaften des Helden, sowie seine speziellen Fähigkeiten auflistet. Genau wie in einem Rollenspiel werden auch hier Würfe auf die Grundeigenschaften abgelegt.
KyraJeder Spieler bekommt außerdem, passend zu seinem Helden ein Deck aus 15 Karten, die sich in verschiedene Kategorien unterteilen. Z.B. Waffen, Rüstungen, Gegenstände, Zauber,…
Dieses Deck bildet sowohl den Pool aus Karten um bestimmte Aktionen auszuführen, als auch die Lebenspunkte der Figur. Sind alle Karten einmal im Ablagestapel und es können keine mehr auf die Hand gezogen werden, ist die Figur tot. (Es gibt natürlich Karten um andere Spieler wiederzubeleben.)

Alle Spieler versuchen gemeinsam ein Abenteuer, genauer gesagt ein Szenario aus einem Abenteuer (jedes besteht aus mehreren) zu bestehen. Im Wesentlichen bedeutet das immer verschiedene Orte zu erkunden und einen Bösewicht und seine Henchmen ausfindig zu machen und zu besiegen. Dazu haben die Spieler nur eine begrenzte Anzahl von Runden Zeit. Sind diese vorbei, der Bösewicht noch immer entkommen, verlieren die Spieler das Spiel.

HarpyIn seinem Zug kann jeder Spieler zu Orten reisen, Karten mit anderen Spielern an diesem Ort tauschen (vielleicht ist das Schwert, welches man eben gefunden hat ja eher was für den Fighter der Gruppe?) und einen Ort erforschen. Dazu werden die zu jedem Ort bereitgelegten Karten umgedreht. Hier kommen möglicherweise gute Dinge, wie weitere Waffen, Zauber und Gegenstände zum Vorschein oder eben Fallen, Monster, Henchmen oder gar der Ober-Bösewicht des entsprechenden Szenarios. Um gute Karten an sich zu nehmen und damit das eigene Kartendeck zu erweitern müssen Skill-Proben gemacht werden. Eine Spielmechanik, die Rollenspielern wahrscheinlich nur allzu vertraut sein sollte. Kämpfe funtkionieren im Grunde genauso.
Wird schließlich der Bösewicht in die Ecke getrieben – indem man ihm die Fluchtmöglichkeiten zu anderen Orten abschneidet – und ihn anschließend besiegt, gewinnen die Spieler.

Ohne jetzt hier auf die Details einzugehen: Das war es aber auch im wesentlichen mit den Spielregeln!

SwordEin paar (coole) Besonderheiten innerhalb der Spielmechanik noch: Karten werden um sie aus der Hand zu spielen nicht nur abgelegt, sondern manchmal auch nur vorgezeigt, oder wieder unter den eigenen Nachziehstapel gelegt. Je nachdem haben sie manchmal unterschiedliche Funktionen. Auf den Ablagestapel legen und damit den eigenen Kartenstapel verkleinern ist vielleicht am wirkungsvollsten, bedeutet aber auch die eigenen Karten entsprechend zu verringern. Also heißt es clever entscheiden, was die Situation erfordert und mit dem eigenen Deck haushalten.
Verwundungen durch Kämpfe verringern ebenfalls den eigenen Kartenstapel. Heilung (z.B. durch die berühmte Potion of Healing, oder einen Cleric) füllen den eigenen Nachziehstapel wieder auf, usw.

Warum ist jetzt PFACG mein Spiel des Jahres, was gefällt mir so gut?
Sicherlich ist es die Funktionen eines Charakter-Sheet und die anderen Anleihen aus dem Rollenspiel und das ständige Wiedererkennen, wenn man die Pathfinder oder D&D Regeln kennt (Solche Leute werden auch die geringsten Schwierigkeiten beim Einstieg in das Spiel haben), auch toll ist die (mini) Deckbuilding Mechanik oder das clevere System mit Kartenstapel als Hitpoints. Was mir aber besonders gut gefällt ist das Leveling!
Nach dem Bestehen eines Szenarios gibt es natürlich (ganz Rollenspiel like) eine entsprechende Questbelohnung. (Eine zufällige Karte aus dem Waffen-Deck zum Beispiel) Damit kann man nun seine anfänglich zusammengestelltes Starkarten-Deck erweitern und verändern. Ebenso mit den Karten, die man während des Szenarios beim Erkunden gefunden und bereits dem eigenen Deck hinzugefügt hatte. Dabei gilt es dann zu beachten wieviele Karten eines bestimmten Typs man besitzen darf, aber warum nicht zum Beispiel das Langschwert gegen eine (gefundene) Kriegsaxt +1 austauschen und so besser ausgerüstet in das nächste Szenario des Abenteuers starten?

Das bedeutet, man hebt sich die „Charaktere“ und ihre Karten zwischen den einzelnen Spielsessions auf (in der Box ist ein entsprechendee Platz dafür), und kann beim nächsten Mal mit einem besseren Helden in ein schwereres Szenario starten.
Davon gibt es einige. Genau genommen kommt das Basis-Deck inklusive eines Adventure Decks. mit einem zusätzlichen Abenteuer (und damit einer Hand voll Szenarien) aus all den noch erscheinenden Abenteuern (sechs sollen es insgesamt hier werden) stellt man einen so genannten Adventure Path zusammen, mit immer schwerer werdenden Abenteuern und ihren Szenarien. Aber auch mit immer besser werdenden Helden.Alternativ bekommt man auf der Seite von Paizo als kostenlosen Download auch Bögen auf denen man Seine Karten für die entsprechenden Figuren vermerken kann.

Hier ein kleines Prewview Video von Watch it Played, was einen kurzen, aber recht guten Einblick in das Spiel gibt, direkt von den Entwicklern:

Kaufen! Sofort! 😀 Ich finde es unglaublich gelungen, sehr, sehr rund und näher kommt man, meiner Meinung nach, an einen Rollenspielabend nicht ran, ohne einen Spielleiter zu haben. Außerdem ist mir noch nie ein Kartenstapel (Nämlich der meines Helden, den ich gelevelt und besser ausgerüstet in sein nächstes Abenteuer schicke) so sehr ans Herz gewachsen. Und diese diebische Freude sich auf das nächste Spiel vorzubereiten hatte ich auch so noch nicht. 🙂